Die Olivenernte ist wahre Knochenarbeit

Romeu - Mulhers
Romeu - Mulhers

In den meisten Regionen, besonders in steileren Hanglagen, werden die Oliven nach wie vor von Frauen und Männern sorgfältig mit der Hand geerntet (Bücken, Klettern, Steigen). In einigen Gegenden, besonders in Ebenen, können Rüttelmaschinen eingesetzt werden. Das hängt jedoch auch davon ab, ob die Baumstämme es zulassen und ob die sonstigen örtlichen Gegebenheiten den Einsatz der Geräte möglich machen. In anderen Gegenden werden die Oliven mit langen Stangen vom Baum geschlagen und in Netzen gesammelt.

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Wann ist es so weit?

Die Oliven sind erntreif, wenn ihr Grün ins Violett übergeht. Das ist je nach Art und Lage der Bäume zwischen Oktober und Februar. Innerhalb dieses Zeitraums bestimmt letztlich der Olivenölbauer selbst den exakten Erntezeitpunkt.

Im grünen Zustand geerntete Oliven sind meist etwas intensiver und bitterer im Geschmack, vollreife und leicht überreife Oliven ergeben ein eher süßes Öl mit wenig oder keinem Bitterton. Letztlich ist es immer wieder die Olivensorte oder die Mischung, die den Geschmackscharakter bestimmt

 

Extra Virgin Olivenöl kann kein Billigöl sein!

Die Produktionskosten für 1 L hochwertiges Olivenöl betragen – je nach Lage der Olivenhaine – allermindestens ca. 8-10 €, meistens jedoch weit mehr als 10 €, bei Hügellagen, in denen viel Handarbeit erforderlich ist, steigen die Kosten pro Liter auf €20. Zusätzlich kommen dazu:

-Löhne, Abfüllung, Gebinde, Chemische Analysen, Spedition, Lager, Versand, Steuerberater, Buchhaltung, Marketing, Geräte, Traktoren, Benzin,  2 Mal im Jahr Baumpflege, Häckseln der Äste, und spätere Einmulchen, mehrfache Mähen der Haine, etc.

Wenn im Supermarkt der Liter Extra Vergine Olivenöl für weniger als vier, manchmal auch weniger als drei Euro verkauft wird, dann kann es kein echtes Extra Virgin Olivenöl sein. Mit viel Glück ist es ein natives Olivenöl. Mit größerer Wahrscheinlichkeit jedoch handelt es sich um billigstes Lampantöl

 

Billiges Olivenöl bedeutet Armut, Ausbeutung und ökologische Katastrophen

Die Olivenölproduzenten könnten bei diesen Preisen ohne EU-Subventionen gar nicht existieren. Wer sein Öl mangels Ausrüstung nicht selbst vermarkten kann, bekommt von den milliardenschweren Großhändlern einen Hungerlohn – ganz gleich, ob die abgelieferten Öle nun hoch- oder minderwertig sind. Also wird sich kein Olivenölproduzent die Mühe machen, seine Oliven unter Einsatz von teuren Hilfskräften aufwändig so von den Bäumen zu ernten, damit sie nicht beschädigt werden und damit aus ihnen ein Öl hoher Qualität produziert werden könnte. Denn er erhält für Oliven, die er überreif zu Boden fallen ließ und dann bereits angefault rasch zusammenkehrte, annähernd denselben Preis: Zwei bis höchstens vier Euro für einen Liter Olivenöl.

Ein Preis, der zu Armut, Verzweiflung und der Ausbeutung von Schwarzarbeitern führt. Der Olivenbauer macht nur weiter, weil er keine andere Wahl hat. Mit jedem Generationenwechsel jedoch wandern mehr und mehr Bauern in die Städte. Die Olivenhaine verwildern, die Brandgefahr wächst, und nach dem Feuer sind sie endgültig verschwunden, die sanften, wildromantischen Hügel mit den alten knorrigen Olivenbäumen, deren Laub silbrig im Wind glänzte. Übrig bleiben hässlich erodierte Landschaften, in denen Erdrutsche und ungebremste Stürme herrschen und nur noch verkohlte Überreste an eine längst vergangene Schönheit erinnern.

All das steckt hinter billigen Olivenölen und all das wird von jedermann unterstützt, der im Discounter stets auf Schnäppchenjagd aus ist und dabei glaubt, er bekäme für seine paar Cents auch noch ein hochwertiges Öl – nur weil das so auf dem Etikett steht. Da hat er sich gründlich getäuscht.

Source: Merum, Zentrum der Gesundheit